Die Lübbenauer Neustadt

Der Kreisel kommt – was passiert am „Roten Platz“?

Die Neustadt Lübbenaus hat sich in den letzten 25 Jahren rasant verändert. Rückbau, Sanierungen und umfangreiche Neugestaltungen ließen aus dem funktionalen Neubauviertel ein modernes Wohngebiet entstehen. Spielplätze und Grünanlagen laden zum Ausspannen, duftende Blumenbeete erfrischen Auge und Seele. Nach und nach werden nun die Verkehrsflächen optimiert. Wir fragen nach beim Bürgermeister der Stadt Lübbenau/Spreewald Helmut Wenzel und dem GWG-Vorstandssprecher Holger Siebert, wie sie die kommenden Veränderungen einschätzen.

 

Red.: Herr Siebert, wie schätzen Sie aus Sicht der GWG die aktuelle Entwicklung in der Lübbenauer Neustadt ein?

Siebert: Ein moderner Stadtteil braucht auch zeitgemäße Verkehrswege. Schließlich wollen wir attraktiv bleiben für Familien,die Altersgruppe der 35- bis 45-Jährigen.Denn genau in dieser prognostizieren die Demographen ein großes Loch in allen Städten und Kommunen im ehemaligen Bezirk Cottbus. Daher muss Lübbenau/Spreewald weiter an seinem positiven Image arbeiten und sich herrichten.Mit funktionierender Infrastruktur wird die Lübbenauer Neustadt attraktiv als Wohnstadtfür außerhalb Arbeitende und Pendler,mit Angeboten für Kinder, Freizeit undKultur. Alle diese Faktoren ziehen Neulübbenauerin unsere Stadt. Gute Nachbarschaften tun ein Übriges.

 

Red.: Die Zukunft des „Roten Platzes“ spielt hier eine zentrale Rolle?

Siebert: Ja. Dieser Verkehrsknoten ist ein weiterer Baustein bei der Modernisierung der in die Jahre gekommenen Fuß- und Radwege und der Hauptverkehrsadern im Quartier. Der Kreiselbauam „Roten Platz“ ist hier eine absolutin die Neuzeit passende Verkehrslösung.Sie ist nun auch in den Köpfender Lübbenauerinnen und Lübbenauer angekommen, was uns sehr freut, dennwir stehen hinter dieser Lösung. Ausgehendvom Kreisel „Roten Platz“ wirddann die Robert-Koch-Straße erneuert, was aber mit planerisch geschickt eingebauten Bauelementen zu keiner neuen AVUS-Rennstrecke führen wird.Ein Wunsch unsererseits wäre es nun,den Lieferverkehr für Kaufland völlig aus der Stadt herauszuhalten, denn all‘ diese Straßen kosten die Anlieger (auchdie GWG, Anm. der Red.) viel Geld in Form des Straßenausbaubeitrags. Keiner will, dass die neuen Straßen in Lübbenau durch die LKWs bei dem Versuch,die Maut-Zahlung zu umgehen, kaputtgefahren werden.

 

files/content/xm/2017/journal-32/artikel/gwg32_kreisel2.jpgRed.: Herr Wenzel, die Pläne zur Umgestaltung des „Roten Platzes“ ließen die Gemüter hochkochen. Welchen Vorteil bietet der jetzt geplante Kreisverkehr?

Wenzel: Es war ein Prozess. Aber gerade durch die intensive Abwägung und den Einbezug der Bürgerinnen und Bürgerunserer Stadt ist das gesamte Projektauf breitere Füße gestellt worden. Kreisverkehre haben den Vorteil, dasssie im Vergleich zu Ampelkreuzungen bei gleichem Verkehrsaufkommen zu weniger Staub- und Lärmbelastung führen. Der Verkehr kann flüssiger ablaufen. Für unsere älteren Bürgerinnen und Bürger war es wichtig, große Querungsinseln zu erhalten. Diese sind nun nicht nur breit, sondern auch lang angelegt und geben so ein größeres Sicherheitsgefühl. Auch Radfahrern bieten sie genügend Platz, um sicher zu stehen. Nicht zuletzt entfallen für unsere Stadtdie Strom- und Wartungskosten der bisherigen Ampelanlage.

 

Red.: Ist es ein glücklicher Zufall, dass REWE am Platz einen Neubau plant?

Wenzel: Zufall vielleicht nicht, eher eingünstiges Zusammenkommen verschiedener Bedürfnisse. Ich freue mich aber natürlich darüber, dass hier im Herzen des Spreewalds REWE ein sogenanntes„Green Building“ errichten will. Das technisch innovative Konzept und dessen CO2-neutrale Ausrichtungsteht uns als Energiestadt gut zu Gesicht. Die Bauzeit am Platz wird gleich doppelt genutzt, um Neues entstehen zu lassen.

 

Red.: Wie ist der Ablauf der Bauarbeiten, insbesondere die Verkehrsführung am Platz geplant?

Wenzel: Um den heutigen REWE-Markt herum wird Ende des Jahres eine Baustraße als Umfahrung für den Kreuzungsneubau errichtet. 2018 ist dann Baubeginn für den Kreisel. Bis Ende2018 werden die Planungen inklusive Ausschreibungen dauern, so dass der Neubau im Frühjahr 2019 voraussichtlich beginnen kann. Der REWE-Neubausowie die komplette Neugestaltung der Robert-Koch-Straße im Stil der Straßeder Jugend sollen dann bis 2020 fertiggestellt sein. Es werden separate Radwege und Längsparkplätze für sicheres Ein- und Ausparken errichtet, die Straßenbreite auf 6 m verschmälert und neue Grünbereiche angelegt. Ziel ist die Aufwertung des Quartiers als Wohnstandort. Und da bin ich bei Herrn Siebert: Die Aufenthaltsqualität steht im Blick – das ist, was Straßenplanung angeht, eine neue, wichtige Prioritätensetzung.Perspektivisch soll diese Art der Gestaltung auch in der Straße des Friedens fortgesetzt werden.

 

Red.: Herr Siebert, was bieten Sie als Genossenschaft Wohnungssuchenden im Quartier?

Siebert: Hier stehen die ersten Wohnhäuserder GWG. Die Grundrisse passen mit ihren vom Flur aus zugänglichen Zimmern, Küchen und Bädern mit Fenstern zu heutigen Wohnansprüchen. Zugeordnete Parkplätze, die „Turbine“ als Gemeinschaftswohnprojekt und der kurze Weg zum Bahnhof zeichnendas Quartier aus. Es ist schon jetzt ein kleines „Goldstaubviertel“! Dazu werden wir im angrenzenden Quartier in der Alexander-von-Humboldt-Straßedie P2-Bestände mit innenliegenden Aufzügen ausrüsten und neue Fahrradhäuser errichten.


Red.: Danke für das Gespräch!

 

files/content/xm/2017/journal-32/artikel/gwg32_kreisel1.jpgWarum ist die Schranke am GWG-eigenen Parkplatz am Gymnasium wichtig?

Immer und immer wieder kamen Fremdparker uneinsichtig zum Parken und meldeten nicht einmal den Anspruch an. Vergebene Parkflächen waren somit versperrt und es führtezu Unstimmigkeiten. Jetzt können die Anwohner einen Stellplatz mieten und wir haben noch 4 freie Gästeplätze für Besucher in Reserve gehalten. Der Burgfrieden ist hergestellt und es funktioniert.

 

REWE baut Green Building

Der neue REWE-Markt wird ein Vorzeigeprojekt in der Region. Das nachhaltige Green-Building-Konzept beinhaltet:

  • Energieverbrauch: 50 % weniger als Supermärkte älteren Modells, weitestgehend CO₂-neutral betrieben
  • Verwendung natürlicher Baumaterialien:z. B. Leimholzrahmenbinder an der Frontseite
  • Tageslichtnutzung: breite,umlaufende Glasflächen sowie Dachlichtkuppeln
  • Kühltechnik: ausschließlich natürliche Kältemittel
  • begrünte Dachfläche und Regenwassernutzung: Regen wird aufgefangen und u. a. für die Fußbodenreinigung genutzt