Kreisverkehre in Lübbenau - Wie bewege ich mich hier richtig?

Das Thema Kreisverkehr ist ein Dauerbrenner in Lübbenau: Wer hat Vorfahrt? An sich bringen Kreisverkehre einen flüssigeren Verkehr und sind kostengünstiger im Betrieb als eine Ampelregelung. Gegenseitige Rücksichtnahme federt so manche Unsicherheit zu den Vorfahrten im Alltag ab. Die GWG wollte es genau wissen und befragte Fahrschulinhaber Harry Knobba dazu.

Für ein Mehr an Klarheit – hier die Regelung zu den drei Lübbenauer Anlagen vom Fahrlehrer Harry Knobba:

Allen drei Kreisverkehren – am Lidl, am Kaufland und an der Geschwister-Scholl-Straße – ist gemein, dass sie mit den Verkehrszeichen 215 „Kreisverkehr“ und 205 „Vorfahrt gewähren“ ausgestattet sind. Das heißt:

  1. Fahrzeuge, die in den Kreisverkehr fahren, müssen den anderen im Kreisverkehr Vorfahrt gewähren und warten.
  2. Dies gilt nicht gegenüber Fußgängern und Radfahrern, die auf dem Gehweg queren wollen. Diese müssen wiederum dem einfahrenden Fahrzeug den Vorrang gewähren und warten.
  3. Fahren Fahrzeuge aus dem Kreisverkehr heraus, gilt das als wenn sie in eine Straße abbögen, Fußgänger haben hier also Vorrang vor dem ausfahrenden Fahrzeug. Die aus dem Kreisverkehr herausfahrenden Fahrzeuge müssen also im Kreisel warten, egal aus welcher Richtung die Fußgänger kommen.
  4. Eine Richtungsanzeige ist beim Einfahren in den Kreisel verboten. Beim Ausfahren muss rechtzeitig und deutlich geblinkt werden, um den anderen Verkehrsteilnehmern die Ausfahrt anzuzeigen und Unfällen vorzubeugen.
  5. Der Innenring ist Teil der Mittelinsel und darf nicht überfahren werden.


Für Radfahrer gelten an den Kreisverkehren unterschiedliche Regelungen. Führt ein Radweg bis zum Kreisel, haben sie durch die Zeichenkombination „Gehweg – Radfahrer frei“ die Wahlmöglichkeit, ob sie den für sie freigegebenen Gehweg mit aller Rücksichtnahme für die Fußgänger nutzen möchten oder auf der Fahrbahn in den Kreisverkehr hinein fahren. Hierfür gibt es am Kreisverkehr der Geschwister-Scholl-Straße eine frühzeitige Weiterführung des Radweges auf die Fahrbahn, inklusive Fahrbahnverengung, so dass der Radfahrer klar vor dem KFZ in den Kreisel einfahren kann. Fehlt das Zusatzzeichen „Radfahrer frei“, so wie dies z. B. aus Richtung Kaufland kommend der Fall ist, müssen sie die Fahrbahn im Kreisel nutzen. Zebrastreifen: Fußgänger und gegebenenfalls Radfahrer haben hier Vorrang auch vor in den Kreisel einfahrenden Fahrzeugen. In jedem Kreisverkehr kann insbesondere die Vorfahrtsregelung für den Fußgänger und den umfahrenden Radverkehr anders geregelt sein! Verkehrsschilder, bauliche Veränderungen oder Fahrbahnmarkierungen sind zu beachten.

Wichtig:
Radwege um den Kreisverkehr: Hier haben die Fahrradfahrer Vorrang vor Ein- und Ausfahrern des Kreisels. Sind Radfahrer im Kreisverkehr auf der Fahrbahn, dürfen sie von anderen Verkehrsteilnehmern NICHT überholt werden, da es sonst durch das Abbiegen zur Unfallgefahr käme.