Wenn die Knochen knacken, wird es ernst. Früher Selbstverständliches kann mit zunehmendem Alter zur Hürde werden. Eine ganze Industrie entwickelt vielerlei Hilfsmittel, die diese Barrieren überwinden

GWG-Musterwohnung: technische Hilfen zum Ausprobieren

Wenn die Knochen knacken, wird es ernst. Früher Selbstverständliches kann mit zunehmendem Alter zur Hürde werden. Eine ganze Industrie entwickelt vielerlei Hilfsmittel, die diese Barrieren überwinden helfen und so ein Älterwerden in den eigenen vier Wänden ermöglichen. Der demographische Wandel lässt den Bedarf zusehends steigen.

Die GWG plant daher eine eigene Musterwohnung einzurichten,in der diese Vielfalt der Alltags-Unterstützungen ausprobiert werden kann. „Gerade weil in der jetzt älteren Generation der Umgang mit Technik für gewöhnlich noch nicht so erprobt ist wie bei den Enkeln, ist es unswichtig, eine Gelegenheit zum Ausprobieren und Kennlernen zu geben“, soPaul Schlorf, Assistent des GWG-Vorstandes.Herr Schlorf befasste sich bereits in seiner Bachelorarbeit mit dem Thema Ambient Assisted Living – zu deutsch: Altersgerechte Assistenzsysteme für ein selbstbestimmtes Leben. Seine Befragung von Wohnungsbaugenossenschaftenhat zum Ergebnis,dass bundesweit gegenwärtig nur 1,3 %der befragten Unternehmen Technologiendes AAL im Mietwohnungsbestand verwenden. Zudem widersprechen erstaunlicherweise 72,0 % der Befragten der Annahme, dass ihre Mieter bereitsden Bedarf an derartigen technischen Unterstützungsleistungen signalisiert hätten und das obwohl die Mieterschaft tendenziell immer älter wird. Dies sei allerdings eher ein Problem der Kommunikationund Information, resümierter in seiner Arbeit. Daher geht die GWG nun daran, diese Wissens- und Erfahrungslückezumindest in Lübbenau zuschließen.

Die geplante Musterwohnung soll mit einer technischen Basisausstattungversehen werden: Rauchwarnmelder, Herdüberwachung und Kontrolle weiterer energetischer Verbraucher (ggf.automatische Abschaltung), feste Paniktasten zur Meldungsweiterleitung, automatische Rollläden, Sturzerkennungssysteme, Zentral-Aus/Ein-Taster, optisches Klingelsignal, schwellenloseund verbreiterte Türbereiche sind nur einige der zu erwartenden Sonderausstattungen. Neben der Testmöglichkeitwird die GWG auch Informationen zurBeschaffung und Finanzierung dieser Alltagshelfer zur Verfügung stellen. Die Umsetzung erfolgt voraussichtlich im ersten Halbjahr 2018.

 

Ambient Assisted Living (AAL)
Altersgerechte Assistenzsysteme für ein selbstbestimmtes Lebenumfassen Methoden, Konzepte, (elektronische) Systeme, Produktesowie Dienstleistungen, welche das alltägliche Leben älterer undauch benachteiligter Menschenunterstützen. Die Funktion richtet sich nach dem Bedarf des Nutzers. Das Bundesministerium fürBildung und Forschung fördert die Entwicklung in diesem Bereich.